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Wenn eine Religion in diesem Zusammenhang genannt werden sollte, dann der Hinduismus. Es handelt sich um die drittgrößte Religion der Erde. 94% der Inder gehören dieser an. Leben und Tod sind ein ständig wiederkehrender Kreislauf (Samsara: Kreislauf von Wiederkehren und Vergehen) und basiert auf Reinkarnation (Wiederverkörperung).

Die meditativen Formen von Yoga legen ihren Schwerpunkt auf die geistige Konzentration mit dem Ziel des zur Ruhe kommen des Geistes. Die Asanas und Pranayamas dienen hier überwiegend als Vorbereitung, wenn auch der zusätzlich entstehende gesundheitliche Aspekt sehr positiv auf den einzelnen Menschen wirkt.

Erklärungen der oben benannten Begrifflichkeiten (alle aus dem Sanskrit kommend, nach Patanjali aus dem Raja Yoga oder Kriya Yoga kommende Begriffe):

Yama, die erste Stufe; ist ein Verhaltenskodex, in dem es um Selbstkontrolle geht. Dazu gehören:

  • Ahimsa
    Gewaltlosigkeit und Freundlichkeit, Zugewandtheit, Rücksichtnahme
  • Satya
    Wahrhaftigkeit, so dass Wort und Tat übereinstimmen
  • Asteya
    nur zu nehmen, was einem wirklich gehört, auch im geistigen Sinne
  • Brahmacharya
    Bewegung auf das Wesentliche, Realisierung des Weges der zu Gott führt
  • Aparigraha
    nur zu nehmen, was angemessen ist

Niyama, die zweite Stufe; der Einschränkungen bzw. Verhaltensmaßregeln, die sich unterteilt in:

  1. Sauca
    Sauberkeit; Reinheit, womit innere und äußere Aspekte der Reinheit gemeint bzw. Reinigung unter zur Hilfe nahme von Kriyas (Reinigungsübungen) und noch andere Verhaltensmaßregeln angeführt werden.
  2. Samtosa
    Genügsamkeit, Bescheidenheit und Zufriedenheit; was bedeutet die Dinge so anzunehmen wie sie sind und ohne Vergleich zu Anderen zu bestehen.
  3. Tapas
    den Körper erhitzen bzw. gesund zu erhalten. Beim regelmäßigen Üben der Asanas sind Disziplin und Ausdauer nötig um sich des „Abfalls“ im Körper durch Verbrennung (Entfachung des inneren Feuers= Agni zu entledigen. Aufmerksames Üben der Körperübungen und Achtsamkeit beim Essen sind hier wichtig. Der bewusste Atem wird als Hilfe gegen die Ablagerung von Schlacken betrachtet, worunter nicht nur Giftstoffe der Nahrung zu verstehen sind, sondern auch der „Psychomüll“, der verdrängt wird und sich sammelt.
  4. Svadhyaya
    Selbsterforschung, Reflexion, sich selbst näher kommen. Das eigene Denken und Handeln soll beobachtet werden und kritisch hinterfragt werden um insgesamt bewusster zu werden. Zusätzlich gehört das Studium alter Texte dazu mit spirituellen, philosophischen oder religiösen Hintergründen.
  5. Ishvarapranidhana
    Hinwendung zu Gott oder Gottvertrauen. Es bedeutet sein bestes zu tun und dann den Rest Gott zu überlassen und demzufolge sich von Ängsten und Zweifeln zu befreien und zu wissen, dass Gott es gut mit uns meint und den richtigen Weg weiß. Wunschlosigkeit , da Gott besser weiß, was wir brauchen.

Asanas, die dritte Stufe; sind überwiegend ruhende Körperstellungen im Yoga

(besonders Hatha Yoga=Yoga der Kraft; später Yoga mit physischer Praxis; Sonne/Mondprinzip spielt hier hinein). Der Ausübung kommt eine wichtige Bedeutung zu: mit dem bewussten Hineingehen, dem richtigen Atem, bewussten Halten und dem bewussten Auflösen kommt der Yogi/Yogini in einen sehr konzentrierten Zustand. Einige Ziele sind Stabilität und Wohlbefinden, sowie körperliche Geschmeidigkeit und vitale Kraft, woraus dann eine gute Körperbeherrschung hervorgeht. Es kommt zu einer Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Körpers. Die Muskeln werden gedehnt, so dass der Körper geschmeidiger und kräftiger wird. Auch kommt es zur Massage der inneren Organe.

Yoga ist für jedes Alter geeignet. Da jeder nach seinen persönlichen körperlichen Voraussetzungen und Grenzen üben darf, so dass sich auch in hohem Alter noch sinnvolle Übungen finden.

Es entsteht Harmonie zwischen Körper und Geist. In den Asanas geht es weniger um die perfekte Ausführung, als darum die spirituelle Qualität zu erleben.

Das Ziel der Asanas ist die Festigung des Meditationssitzes um möglichst über einen längeren Zeitraum beschwerdefrei sitzen zu können.

Pranayama, die vierte Stufe; sind die Atemtechniken und diese bilden die Zusammenführung von Körper und Geist durch die Atmung.

Prana ist die Lebensenergie auch als Qi bezeichnet. Ayama bedeutet kontrollieren oder erweitern. Die Atemführung bezeichnet also die bewusste Achtsamkeit und beständiges Üben. Die fortdauernde Konzentration auf die Atmung beeinflusst die Prozesse des Bewusstseins positiv und lassen den Geist ruhiger werden. Du lernst Deine Energie bewusster zu spüren und zu aktivieren, außerdem erhöht sich die Kapazität Deiner Lungen, wodurch dein Körper mehr Sauerstoff erhält und das Gehirn bessere Durchblutung erfährt.

Pratyahara, die fünfte Stufe; beinhaltet die Disziplinierung der Sinne wie Geschmack, Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und des Geistes durch sich-nach –innen- Richten.

Durch das Internalisieren des Bewusstseins Sinneseindrücke bewusster und kontrollierbarer werden. Der Geist wird zur Wahrnehmung von Feinheiten geschult, die sonst im Verborgenen bleiben.

Kriyas; die sechste Stufe; bedeutet Handlungen bzw. Tat.

Im Hathayoga geht es vornehmlich um körperliche Reinigungstechniken. In der Hathapradipika (wichtige Yogaschrift) werden 6 Übungen (Shatkriyas) beschrieben:

  • Trataka
    Anstarren eines Objekts aus 1-3 m Entfernung
  • Neti
    Nasenspülung oder Massage der Nasenschleimhäute
  • Kapalabhati
    Lungenreinigung durch Schnellatmung, Feueratem
  • Dhauti
    Reinigung des oberen Verdauungskanals
  • Nauli
    Darmreinigung
  • Basti
    Einlauf

Dhyana, die siebte Stufe; Meditation bezeichnet nachdenken, nachsinnen, überlegen und ist eine in vielen Religionen und Kulturen ausgeübte spirituelle Praxis.

Es wird auch als Selbstbetrachtung bezeichnet. Gemeint ist damit das Sammeln oder zur Ruhe Kommen des Geistes durch Achtsamkeit und Konzentration der Sinne nach innen. Diese Form der Entspannung führt zu mehr Ausgeglichenheit und Ruhe, so dass auch Dein Geist Klarheit erfährt. Daraus entsteht eine neue Leichtigkeit und innere Stärke um so seien zu können wie Du wirklich bist.

Buddha: „Frieden kommt von innen, suche ihn nicht im Außen“.

In östlichen Kulturen gilt sie als eine grundlegende und zentrale bewusstseinserweiternde Übung. Die angestebten Bewusstseinszustände werden je nach Tradition unterschiedlich beschrieben. Begriffe wie Leere, Stille, Einssein, im Hier und Jetzt sein oder frei von Gedanken sein werden hierfür benutzt. Die Subjekt- Objekt Spaltung bzw. die Dualität soll zur Nondualität überwunden werden.

Askese, die achte Stufe; bezeichnet seit der Antike eine Übungspraxis im Rahmen von Selbstschulung und freiwillig enthaltsamer und entsagender Lebensweise.

Dies beinhaltet den Verzicht auf bestimmte Bequemlichkeiten und Genüsse wie z.B. Genussmittel und Sex.

Die klassischen Schriften beschreiben 4 Yogawege:

  • Raja Yoga
    nennen sich die meditativ orientierten Stufen dem achtgliedrigen Yoga nach Patanjali (auch als Ashtanga Yoga bezeichnet von Acht)
  • Jnana Yoga
    ist der Weg der Erkenntnis, könnte auch als intellektuelle Richtung bezeichnet werden. Ein Name der in diesem Zusammenhang genannt werden sollte ist Ramana Maharshi; der Heilige vom Berge Arunachala.
  • Karma Yoga
    ist der Yoga der Tat bzw. des selbstlosen Handelns oder Dienens Dies sind die Grundformen des Yoga und alle anderen Formen leiten sich hieraus ab. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl moderner Yogarichtungen, die auf den westlichen, leistungsorientierten Menschen zugeschnitten sind, doch darüber soll hier nicht gesprochen werden.
  • Bhakti Yoga
    ist der Yoga der Liebe, Verehrung und Hingabe an Gott

Am Ende laufen doch alle Wege zusammen!

Integalyoga:

Eine Synthese und Weiterentwicklung der klassischen Yogaausprägung findet im Integralen Yoga von Sri Aurobindo statt.

Aurobindo hat zwar die Idee des Aufstiegs mitverfolgt, doch hat er zusätzlich am Abstieg weitergearbeitet, so dass er Yoga immer als ein Wirken in der Welt verstanden hat und darum bat, dieses göttliche Prinzip für alle Menschen zugänglich zu machen.

Ken Wilber sollte in diesem Zuge nicht unerwähnt bleiben, da er der meist gelesenste Sachbuchautor der USA ist und in die Integrale Spiritualität das System der Psychologie hineinbrachte, so dass der Ansatz von Aurobindo Ost und West zu vereinen von ihm weitergetragen und weiterentwickelt wird.

Dies lässt sich nachvollziehen über die Integralen Foren, die als eingetragene Vereine sich entwickelt haben und Arbeitsgruppen bilden.

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Institut für Yoga, Hebammenarbeit und Coaching