Geburts-
Hilfe

»Dort, wo zwei Menschen sich lieben, sollte der Platz zum Gebären sein.«

(MICHEL ODENT, FRAUENARZT UND GEBURTSHELFER)

Du interessierst dich für eine Geburt zu Hause, dann freue ich mich, dass du mich gefunden hast.
Der Satz den Michael Odent schrieb, hätte treffender wohl nicht sein können.

In einem persönlichen Gespräch werden wir herausfinden, ob wir ein Vertrauensverhältnis aufbauen können. „Ob, wir zueinander passen“..

Eine gesunde Schwangere braucht einen persönlichen und geschützten Rahmen, um ihre ganze Kraft für die Geburtsarbeit nutzen zu können. Ich als Hebamme möchte dich dabei unterstützen dir diesen Freiraum zu schaffen und zu gestalten. Ich werde dich ermutigen deinen ureigenen Fähigkeiten und den natürlichen Lebensprozessen zu vertrauen.
Hebammen sind Ärzt/innen in allen Bereichen der Schwangerenbetreuung und Geburtshilfe gleichgestellt.

Das Gesetz über die freie Wahl des Geburtsortes wurde im Jahr 2012 im fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) unter Paragraf 24 f eindeutig formuliert. Die gesetzlichen Krankenkassen sind über das SGB V verpflichtet, die Kosten für Geburten zuhause oder im Geburtshaus sowie für die Vor- und Nachsorge durch Hebammen zu übernehmen.
Außerklinisch tätige Hebammen haben sich verpflichtet, für ein Qualitätsmanagement
und ausreichende Berufshaftpflicht zu sorgen. Diese Regelungen unterstützen Frauen
bei der freien Wahl des Geburtsorts.

Die Wahl für eine Hausgeburt entsteht bei der Frau/dem Paar oft durch den Wunsch nach Selbstbestimmung und der vertrauten Hebamme.
Die Beziehung zur Hebamme wird während der Schwangerschaft intensiv gepflegt.
94,1 Prozent der Schwangeren nehmen die Vorsorgeuntersuchungen bei ihrer Hebamme
wahr.
91 Prozent der Schwangeren können mit einer normalen Geburt rechnen.

Kann/darf ich außerklinisch entbinden?
Für eine außerklinische Geburt können sich Frauen entscheiden, wenn sie gesund sind, ihre Schwangerschaft unauffällig verläuft und sie sich eine Geburt außerhalb der Klinik wünschen.
Einzelne »Befunde«, die im Mutterpass notiert werden, schließen eine außerklinische Geburt nicht automatisch aus.
Selbst wenn die Schwangere ein Kind mit einer chromosomalen Fehlbildung (z. B.: Trisomie 21) oder ein außerhalb des Mutterleibs nicht lebensfähiges Kind
erwartet, kann eine Geburt zuhause oder im Geburtshaus stattfinden. Eine außerklinische Geburt ist auch möglich, wenn eine chronische Krankheit vorliegt (z.B. Asthma), die den Geburtsverlauf jedoch nicht beeinträchtigen muss.
Die Geburt in der Klinik wird empfohlen, wenn bei Mutter und Kind problematische medizinische Befunde vorliegen. Es ist immer ratsam dies zu erfragen, da es einen Risikokatalog gibt. Bestimmte Erkrankungen oder anderes schließen eine Geburt zu Hause aus. Das klären wir in einem persönlichen Gespräch.

Während der Schwangerschaft kannst du mit mir offen über Wünsche und mögliche Ängste sprechen. Das hilft mir, einfühlsam auf deine Bedürfnisse einzugehen.
Jede Frau erlebt die Geburt anders, auf ihre ganz persönliche Weise.
Meine Aufgabe ist es an dem Tag der Geburt dir jede erdenkliche Unterstützung zukommen zu lassen, mit dem Ziel, dass die Geburtsarbeit möglichst ungestört stattfinden kann. Ich werde darauf achten, dass es dir und deinem Baby während der Geburtsarbeit gut geht.
Ich werde dir helfen Positionen zu finden, in denen die Wehenarbeit erleichtert wird und dich bei der Atmung unterstützen. Ich werde dich ermutigen deinem Baby herauszuhelfen und dich auch bei der Geburt der Plazenta unterstützen.

Komplikationen bei der Geburt sind zum Glück sehr selten. Im Jahr 2017 musste nur eine von hundert Frauen kurzfristig in eine Klinik verlegt werden. Diese Zahlen sind zu finden unter Quag e.V./Qualitätsmanagement für außerklinische Geburtshilfe.

Die Zahlen belegen, dass die außerklinische Geburtshilfe mindestens so sicher ist wie die klinische Geburtshilfe.
Hebammen sind durch eine medizinisch fundierte Ausbildung darauf vorbereitet gesunde und kranke Geburtsverläufe voneinander zu unterscheiden um gegebenenfalls rasch handeln zu können.

Ich habe die in der Geburtshilfe üblichen Medikamente dabei, um beispielsweise unerwartete Blutungen behandeln zu können. Zur Standardausrüstung gehören auch ein portables Ultraschallgerät (Dopton), mit dem die Herztöne des Ungeborenen überprüft werden.
Wenn nötig, werde ich jederzeit den Kontakt zum nächstliegenden Krankenhaus und Rettungsdienst herstellen und notwendige Hilfsmaßnahmen einleiten.

Drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin bin ich in Rufbereitschaft für dich. Wenn die Geburtswehen einsetzen, meldest du mich bei dir und wir bleiben in engem Kontakt, damit ich dann bei dir bin, wenn du mich zu deiner Unterstützung brauchst.
Gemeinsam werden wir geduldig warten, auch viele Stunden lang. Die Wehenpausen wirst du nutzen um neue Kraft zu sammeln. Ich werde dich gut beobachten und herausfinden, was dir hilft und dir Angebote zur Unterstützung machen. Wichtig ist ein Haushalten mit deinen Kräften, damit du dann für die Geburtsphase genug Kraftreserven hast. Dein Wohlbefinden und das deines Babys stehen im Mittelpunkt, so dass ich versuche wenig vaginal zu untersuchen und die Herztöne möglichst diskret abhöre um dich in der Geburtsarbeit nicht zu stören. Dadurch ist es auch leichter intuitiv die Positionen zu finden, die dir gut tun.
Zum Ende der Geburt oder zu meiner Arbeitserleichterung ziehe ich eine zweite Hebamme zur Geburt hinzu. Meistens wird diese nur zu meiner Arbeitserleichterung gebraucht, doch manchmal eben auch um eine Verlegungssituation entspannter managen zu können.
Ich werde sehr genau beobachten, ob Probleme auftreten, die ggf. eine Verlegung notwendig machen könnten. Die große Mehrzahl aller Frauen erlebt eine manchmal anstrengende und lang andauernde aber am Ende rundum beglückende Geburt.
Das erste Anlegen des Babys und die erste Untersuchung erleben wir zusammen. Die Geburt der Plazenta und gegebenenfalls die Versorgung von Geburtsverletzungen findet zu Hause statt. Ich bleibe noch drei Stunden nach der Geburt bei dir und dann habt ihr Zeit euch erstmal kennen zu lernen.
Der erste Wochenbettbesuch findet am gleichen oder nächsten Tag statt, entweder durch mich oder eine Kollegin.

Bei der Hausgeburtshilfe arbeite ich mit folgenden erfahrenden Hebammen zusammen:

Sandra Fischer, geb.1969,  seit 2001 als freiberufliche Hebamme tätig, lebt mit ihrer Familie in Heckenbeck.

Nadine Engel, Alter 43, freiberufliche Hebamme aus Hildesheim